Gesundheits- und Krankenpflegeschule

Das Zentrum für Psychiatrie Calw – Klinikum Nordschwarzwald verfügt über eine eigene staatlich anerkannte Gesundheits- und Krankenpflegeschule mit 80 Plätzen und ist daher Ausbildungsstätte für Pflegeberufe.

Gesundheits- und Krankenpflegeschule

Ein wichtiges Ziel der Ausbildung ist neben der fachlichen Kompetenz die persönliche Entwicklung unserer Schüler/innen sowie ein sozialer und feinfühliger Umgang mit anderen Menschen. Das Vermitteln eines Verständnisses über den Menschen, in dem Körper, Seele und Geist miteinander verbunden sind, ist wesentlich, um den Menschen in seiner individuellen Lebenssituation begleiten und unterstützen zu können.

Wir schätzen es, dass unsere Schüler/innen diesen Beruf mit hoher Motivation ergreifen und sich für eine qualifizierte Pflege einsetzen. Die meisten Auszubildenden bleiben gerne und werden zum größten Teil übernommen.

Ausländischen Fachkräften bieten wir Anerkennungspraktika und Kenntnisprüfungen in der Gesundheits- und Krankenpflege an.

Ausbildungsbeginn
1. April jeden Jahres

Dauer der Ausbildung
3 Jahre

Informationen

Zugangsvoraussetzungen

  • Gesundheitliche Eignung zur Ausübung des Berufs
  • Schulbildung
  • Mittlere Reife, gleichwertige oder höhere Schulbildung oder
  • Hauptschulabschluss oder eine gleichwertige Schulbildung, zusammen mit einer erfolgreich abgeschlossenen mindestens zweijährigen Berufsausbildung oder der Erlaubnis als Krankenpflegehelferin oder Krankenpflegehelfer oder einer erfolgreich abgeschlossenen landesrechtlich geregelten Ausbildung von mindestens einjähriger Dauer in der Krankenpflegehilfe oder Altenpflegehilfe

Empfehlung
Pflegerische Vorerfahrung zur realistischen Prüfung des Berufswunsches wäre nützlich

Ausbildungsvergütung (Bruttoangaben, zusätzlich tariflicher Zuschläge)

  • Jahr 1: 960,70 €
  • Jahr 2: 1.026,70 €
  • Jahr 3: 1.133,00 €

Wohnmöglichkeiten
Günstige und ansprechende 1- oder 2-Zimmer-Appartements sind auf dem Gelände vorhanden.

Berufskleidung
Textilkleidung wird kostenlos zur Verfügung gestellt.

Personalkasino
Ein kostengünstiges Mittagessen kann in unserem Personalkasino eingenommen werden.

Theoretische Ausbildung

Grundlage für die intensive, kompakte Gesundheits- und Krankenpflegeausbildung von mindestens 2100 Stunden theoretischem und praktischem Unterricht ist das bundeseinheitliche Krankenpflegegesetz und die Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Berufe in der Krankenpflege.

Es umfasst folgende Wissensgrundlagen

  • Kenntnisse der Gesundheits- und Krankenpflege sowie der Pflege- und Gesundheitswissenschaften
  • Pflegerelevante Kenntnisse der Naturwissenschaften und der Medizin
  • Pflegerelevante Kenntnisse der Geistes- und Sozialwissenschaften
  • Pflegerelevante Kenntnisse aus Recht, Politik und Wirtschaft

Der Unterricht wird von den Pflegepädagogen/innen und zahlreichen Fachdozenten/innen in einem kombinierten Klassenlehrer- / Fachlehrersystem in Blockform und Studientagen erteilt.
Es werden alle notwendigen Kenntnisse und Fertigkeiten für eine qualifizierte Pflege vermittelt.

Besondere Inhalte - Vielfalt in der Ausbildung

Sterbeseminar

Im Pflegeberuf werden Pflegende immer wieder mit Schwerkranken und Sterbenden konfrontiert. Man erwartet von ihnen Professionalität sowie Verständnis und Einfühlung in die Situation der Betroffenen und ihrer Angehörigen.

Jeder Lehrgang setzt sich daher intensiv mit diesem Themenbereich auseinander. Das dreitägige Sterbeseminar wird in einem besonderen Rahmen im Bildungshaus Kloster Schöntal und Kloster Heiligkreuztal durchgeführt.

Vermittlung neuer Pflegekonzepte

Die Pflege hat sich in den letzten Jahren gewandelt. Dies bedeutet für uns als Schule, dass wir auf neue Konzepte in der Pflege eingehen und sie intensiv vermitteln, z.B. Kinästhetik und Basale Stimulation. Ziel ist, unsere Schüler/innen auf den aktuellsten Stand in der Entwicklung der Pflege zu bringen.

Kinästhetik

Kinästhetik ist ein Konzept, das uns hilft, schonend und ohne Kraftaufwand pflegebedürftige Menschen zu bewegen. Sie vermittelt eine rückengerechte Arbeitsweise, insbesondere beim Bewegen im Bett oder bei der Mobilisation.

Einige Schlüsselideen der Kinästhetik:

  • Das Gewicht bleibt beim Patienten, dadurch wird eine übermäßige Belastung der Pflegekraft vermieden.
  • Die Ressourcen und Mithilfemöglichkeiten des Patienten werden gefördert und dadurch schwierige Pflegesituationen erleichtert.
  • Der Patient ist aktiv an der Bewegung beteiligt.
  • Der Patient wird in seiner Bewegung so unterstützt, dass er sie weitgehend wieder alleine durchführen kann.

Basale Stimulation

Das Konzept der Basalen Stimulation in der Pflege wendet sich an Menschen, die aufgrund ihrer Erkrankung sich selbst und / oder ihre Umgebung nicht mehr vollständig wahrnehmen können. Dies kann bei Schmerzen, nach einer Operation, bei langer Bettlägerigkeit, Verwirrtheitszuständen und Beeinträchtigung der Sinne eintreten. Mit individuellen Angeboten für den Patienten kann seine Wahrnehmung und Orientierung gezielt gefördert werden.

Exkursionen

Vertiefend und erweiternd zum theoretischen Unterricht führen wir zu bestimmten Themen spezielle Fachstudienfahrten durch, wie beispielsweise nach Wien, Hamburg, Berlin, Dresden, München, London.

Projekte

Projekte werden im Ausbildungsverlauf zu aktuellen Themen durchgeführt.

Praktische Ausbildung

Ausbildungsbereiche

Die praktische Ausbildung (mindestens 2500 Stunden) erfolgt in den einzelnen Funktionsbereichen unserer Klinik und extern in den umliegenden Krankenhäusern und Sozialstationen.

Sie umfasst die Gesundheits- und Krankenpflege von Menschen aller Altersgruppen in der stationären und ambulanten Versorgung in präventiven, kurativen, rehabilitativen und palliativen Gebieten in folgenden Fachbereichen:

  • Innere Medizin
  • Neurologie
  • Geriatrie
  • Chirurgie
  • Gynäkologie
  • Pädiatrie (Kinderheilkunde)
  • Wochen- und Neugeborenenpflege
  • Psychiatrie

Die Ausbildung gliedert sich in einen allgemeinen und einen Differenzierungsbereich.

Praxisanleitung

Die Lehrkräfte der Gesundheits- und Krankenpflegeschule führen unterstützend zum theoretischen Unterricht gezielte Anleitungen am Krankenbett durch.

Die Stationsteams und ihre Praxisanleiter/innen sowie Mentoren/innen, die sich speziell um die Schülerbetreuung kümmern, gestalten in Zusammenarbeit mit der Schule die praktischen Einsätze und begleiten die Schüler/innen während ihrer Zeit auf der jeweiligen Station.

Unsere Kooperationspartner

  • Rechbergklinik Bretten
  • Kreiskrankenhaus Mühlacker
  • Helios Klinikum Pforzheim
  • Krankenhaus Siloah Pforzheim
  • Klinikverbund Südwest
    Kreiskrankenhaus Böblingen, Kreiskliniken Calw / Nagold, Kreiskrankenhaus Leonberg, Städtisches Krankenhaus Sindelfingen
  • Umliegenden Gemeinde- und Sozialstationen
Berufsperspektiven

Fort- und Weiterbildung sowie Studiengänge in der Pflege bieten zahlreiche Möglichkeiten, sich beruflich weiterzubilden und zu qualifizieren.

Beispiele für Fort- und Weiterbildungen:

  • Praxisanleiter/in
  • Stationsleiter/in
  • Fachweiterbildung für Anästhesie- und Intensivpflege
  • Fachweiterbildung für psychiatrische Pflege
  • Fachweiterbildung für den Operationsdienst
  • Fachweiterbildung für onkologische Pflege
  • Hygienefachkraft

Beispiele für Studiengänge:

  • Pflegemanagement, mögliche Abschlüsse sind z.B. Diplom-Pflegewirt/in, Bachelor of Arts (B. A.) Pflege / Pflegemanagement
  • Pflegepädagogik, mögliche Abschlüsse sind z.B. Diplom-Pflegepädagoge/in, Bachelor of Arts (B. A.) Pflegepädagogik
  • Pflegewissenschaft, mögliche Abschlüsse sind z.B. Master of Science in Nursing (MScN), Bachelor of Arts (B. A.) Pflege